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Flickenteppich Betreuung Grundschulkinder

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02/04/2010


Jette

Moderator

posts 5

1

Post edited 15:20 – 02/04/2010 by Jette


Schon in mehreren Arbeitskreisen und Diskussionsrunden haben wir festgestellt, daß die Betreuungsangebote für Grundschulkinder einen undurchschaubaren Flickenteppich darstellen.

Noch relativ einfach zu durchschauen und etabliert ist die Hortbetreuung. Kostenträger und Organisator ist die Kommune. Der Hort hat einen eigenen Elternbeirat, der mit dem Hortpersonal über Optimierungsmöglichkeiten im Gespräch ist.

Bei der Grundschulbetreuung bzw. "verlässliche Grundschule" geht es schon los: Da das eine Landes-Leistung ist, wird die Organisation und finanzielle Abwicklung zwar durch die kommunale Verwaltung durchgeführt, Träger ist aber das Land.

Noch komplizierter wird es bei der offenen Ganztagsschule: Für die Hausaufgabenbetreuung und Organisation der Nachmittagsbetreuung (für letztere ist dann wieder die Kommune verantwortlich) werden vom Land Lehrerstunden zur Verfügung gestellt. Alles, was darüber hinaus an Nachmittagsbetreuung angeboten wird, ist dann wieder Sache der Kommune. Man kann sich unschwer vorstellen, daß das ganze mit vielen Schnittstellen und wenig finanzieller Ausstattung nicht ganz reibungsfrei funktionieren kann…

Dann gibt es noch das Modell der gebundenen rhythmisierten Ganztagsschule: Der Unterricht incl. Übungsstunden ("Hausaufgaben") wird entzerrt durch Verteilung über den ganzen Tag und Angebote dazwischen wie Sport, Spiel, Lesen… Die Kinder sind den ganzen Tag unter und erledigen ihre Hausaufgaben in der Schule. Wenn sie nach Hause kommen, kann die unbeschwerte Familienzeit beginnen.

Es gibt auch teilgebundene Modelle (1 Klasse Ganztagsschule, 1 Klasse traditioneller Vormittagsunterricht) – für die Lehrerschaft schwierig zu organisieren! Hier muß eigentlich eine separate Schule in der Schule entstehen, weil es organisatorisch sonst nicht zu handeln ist.

Vorteil der Hortbetreuung ist die umfassende pädagogische Betreuung durch ausgebildete ErzieherInnen und ein Ansprechpartner für die Eltern und Kinder. Manko ist die Qualität bei der Hausaufgabenbetreuung: dafür sind ErzieherInnen nicht ausgebildet und meist gibt es keine Betreuung oder Hilfe, sondern beaufsichtigte Hausaufgabenzeit.

Die Hausaufgabenbetreuung ist beim Ganztagsschulmodell besser gelöst, dafür findet keine pädagogische Betreuung, sondern meist nur eine Aneinanderreihung von Nachmittagsaktivitäten statt und keine Ansprechperson, die die Kinder z.B. zu externen Aktivitäten oder nach Hause schickt und nachhält, daß das Kind alles mitnimmt. Da diese Modelle meist keinen eigenen Elternbeirat haben, ist es für die Eltern und Kinder schwierig, hier Verbesserungen und Fortschritte zu erzielen.

Wir können keinen Rat geben, welches Modell am besten geeignet ist. Das kommt sicher auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kind und Eltern an. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile. Wir setzen uns jedoch für eine Optimierung aller Modelle als Elternbeiräte ein, auf struktureller und politischer Ebene und freuen uns, wenn Sie als Eltern von Grundschulkindern und dabei unterstützen, uns den Rücken stärken und uns Beispiele aus Ihrem Betreuungsalltag und – modell liefern! Dazu ist dieses Forum da!

 

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